23/02/2026 0 Kommentare
Earth for All – Eine Erde für alle
Earth for All – Eine Erde für alle
# allgemein

Earth for All – Eine Erde für alle
Earth for All – Eine Erde für alle
Eine kleine Gruppe in der Ev. Kirchengemeinde Querenburg hat in 2025 das Buch „Earth for All Deutschland“ (erschienen 2024) gelesen und an 8 Abenden über die darin enthaltenen Sichtweisen und Vorschläge gesprochen und diskutiert.
Wir leben in einer Zeit, die von noch nie dagewesenen multiplen Krisen und Herausforderungen geprägt ist, die ökologische, soziale, wirtschaftliche und politische Lebensbereiche weltweit betreffen. „Earth for All“ („EfA“) ist eine internationale Initiative von Wissenschaftler/innen, die untersucht haben, wie die Deckung menschlicher Bedürfnisse innerhalb der ökologischen Belastungsgrenzen der Erde ermöglicht werden kann.
Zwei grundlegende Annahmen sind die, dass die ökologische Notlage mit dem Klimawandel und einer Zunahme von Extremwetterereignissen nur durch Kooperation aller Staaten im globalen Maßstab angegangen werden kann; sowie weiter, dass die ökologische Problematik gelöst werden kann, wenn gleichzeitig politische, wirtschaftliche und soziale Probleme angegangen werden und mehr soziale Gerechtigkeit für alle Menschen verwirklicht wird.
Das Buch „EfA Deutschland“ wendet dieses Konzept auf deutsche Verhältnisse an.
In einem Blick auf das komplexe Zusammenspiel wesentlicher Faktoren und Gegebenheiten haben die Autoren 5 große Stellschrauben identifiziert, die als zentrale Ansatzpunkte für notwendige Veränderungen und gesellschaftliche Kehrtwenden angesehen werden: 1. Die Überwindung von extremer Armut weltweit und der Abbau von Ungerechtigkeit zwischen reichen und armen Ländern. 2. Die Verringerung von Ungerechtigkeit und sozialer Ungleichheit zwischen armen und reichen Menschen innerhalb der Länder. 3. Die Verwirklichung voller Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen und Stärkung der Beteiligung von Frauen in allen Lebensbereichen. 4. Das Erreichen einer gesunden Ernährung für alle Menschen und die Erhöhung des Anteils ökologischer Landwirtschaft. 5. Eine Energiewende hin zur Energiegewinnung durch erneuerbare Energien und die Verringerung des Verbrauchs natürlicher Ressourcen.
Zur Beendigung des Raubbaus an der Natur und eines verschwenderischen Umgangs mit den begrenzten Ressourcen der Erde wird der Umbau der Wirtschaft hin zu einer Kreislaufwirtschaft für notwendig gehalten, in der die Produktion und Verwendung von Materialien und Gütern so nachhaltig wie möglich, d. h. langlebig, wiederverwendbar, reparierbar und recycelbar, geschieht. Gleichzeitig müsse im Interesse einer Begrenzung und Reduzierung des Verbrauchs von Ressourcen, Gütern und Dienstleistungen auch in Deutschland eine breite gesellschaftliche und individuelle Auseinandersetzung erfolgen mit Fragen wie: Welche umweltschädlichen Lebens- und Konsumgewohnheiten sollten reduziert werden? Welcher materielle Wohlstand ist zur Erfüllung menschlicher Grundbedürfnisse – und um ein gutes Leben führen zu können – erforderlich? Wie können begrenzte Ressourcen in einer ungleichen Gesellschaft gerecht verteilt werden?
Die Autorinnen und Autoren sind davon überzeugt, dass die materiellen, technischen und finanziellen Mittel vorhanden sind, um ein gutes Leben für alle Menschen und den Erhalt der ökologischen Lebensgrundlagen der Erde zu ermöglichen. Eine Vielzahl von vorgeschlagenen Maßnahmen verdeutlicht und konkretisiert die von ihnen entworfene Vision und diesbezüglich bestehende Veränderungsmöglichkeiten.
Uns hat die gemeinsame Lektüre von „EfA“ herausgefordert, inspiriert und bereichert, auch wenn naturgemäß nicht alle Fragen, die sich uns stellten, beantwortet werden konnten, und wir hoffen, wie die Autor/innen selber, dass mehr Menschen das Buch kennenlernen und seine Inhalte diskutieren. Das Buch schließt mit den Worten: „Wir sind fest überzeugt, dass wir uns nicht mit dem abfinden müssen, was ist. Wir können gemeinsam handeln, für eine Welt für alle.“
Hans Gockel
Einige Stimmen aus der Lesegruppe:
Das Buch hat mich vor allem dadurch überzeugt, dass es die Zusammenhänge zwischen Gerechtigkeit, Fairness, Partizipation, Verantwortlichkeiten und gegenseitigem Respekt in direkten Zusammenhang stellt zur Möglichkeit, unseren Planeten (noch) zu retten. (Sabine Böhnke-Egbaria)
‚Umwelt‘ ist ein ziemlich ‚abständiges‘ Wort; besser wäre ‚Uns-Erhaltens-Raum‘. … Die Beschäftigung mit diesen Problemen in einem Gesprächskreis unserer Kirchengemeinde hat mir die Augen noch viel weiter geöffnet als vieles, was man in Presseorganen zum Lesen angeboten bekommt. Die dringend notwendigen politischen Schritte sollten bald von noch viel mehr interessierten Gruppen und Kirchen diskutiert und ‚auf den Weg‘ gebracht werden. Dieses Buch enthält sehr viele WEB-Links, die zu weiterführenden Nachforschungen umfangreich ermuntern. (Hanspeter Zoller)
Mich überzeugt die Idee, unsere „Wohlstandgesellschaft“ – die auf gesteigertem Konsum und grenzenloser Zerstörung unserer Lebensgrundlagen beruht – in eine „Wohlergehensgesellschaft“ für alle zu transformieren. Dazu braucht es neben wissenschaftlichen Forschungen und Konzepten m.E. die Bereitschaft, sich vom guten Geist Gottes, der Mut zu neuem Denken und Handeln in uns bewirkt, inspirieren und leiten zu lassen. (Werner Posner)
Eine ausführliche 15-seitige Zusammenfassung des Buches finden Sie im Internet unter https://www.psy4f.org/wpcontent/uploads/2025/01/Earth4All_international_Buchzusammenfassung.pdf
Ein kurzer Bericht erscheint in der Ausgabe März–Juli 2026 des Gemeindebriefs unserer Kirchengemeinde.
Das Buch erscheint im oekom verlag: www.oekom.de
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